Es gibt viele gute Gründe für Sport mit Babybauch

 

Sport in der Schwangerschaft ist so ein Thema, das immer wieder kontrovers diskutiert wird. Zu viele gegensätzliche Meinungen kursieren im Netz und in den Mami-Gruppen. Soll man sich schonen? Darf man joggen, radfahren oder zum Aerobic? Diesem Thema hat sich das Team von mamaFIT in unserem heutigen Blogartikel gewidmet. Mit einigen interessanten Erkenntnissen…

Die meisten Frauen, die erfahren, dass sie schwanger sind, freuen sich zunächst einmal über die frohe Nachricht, dass sie neues Leben in sich tragen. Für viele steht die Welt dadurch Kopf, weil sich ab nun sehr viel ändern wird. Jetzt an Sport und Bewegung zu denken, rangiert in der Prioritätenliste ziemlich weit hinten.

Ist Sport in der Schwangerschaft überhaupt erlaubt? Die Antwort lautet: „JA, moderat, sofern der Arzt das OK gibt.“ Es zählt jede Form der Aktivität, die das Herzkreislaufsystem und die Muskeln fordert – auch Alltagsaktivitäten. Denn es profitieren davon sowohl Mutter als auch das ungeborene Kind. Zudem kann regelmäßige Bewegung helfen, viele körperliche Beschwerden der Schwangeren positiv zu beeinflussen und die Geburt zu erleichtern.

Viele schwangere Frauen sind verunsichert, weil es sehr gegensätzliche Informationen bezüglich Bewegung und Schwangerschaft gibt. Sie bekommen häufig übervorsichtige Ratschläge zu hören. Das ermutigt Schwangere nicht gerade, bedenkenlos aktiv und fit zu bleiben. Immerhin gut die Hälfte der Schwangeren geht einer regelmäßigen Bewegung nach und ein Drittel hat vor, während der Schwangerschaft mit Sport zu beginnen. Es hat sich gezeigt, dass werdende Mamas, die zuvor schon sportlich waren, eher einer körperlichen Aktivität nachgehen als unsportliche.

Die Wissenschaft zeigt: Bewegung ist gut

Eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien beschäftigte sich in den letzten Jahren mit der Thematik „Sport in der Schwangerschaft“.  Dabei konnte nachgewiesen werden, dass nicht-aktive, gesunde Schwangere, signifikant häufiger gesundheitliche Probleme haben als jene, die während der Schwangerschaft einer sportlichen Tätigkeit nachgegangen sind. Unisono konnte belegt werden, dass Frauen, die während ihrer Schwangerschaft sportlich geblieben sind oder mit Sport begonnen haben, seltener unter schwangerschaftsbezogenen Problemen litten – eine komplikationslose Schwangerschaft vorausgesetzt. Es sind also auch zuvor nichtsportliche  Frauen aufgerufen, sich während ihrer Schwangerschaft zu bewegen.

Warum werden Frauen dennoch nach wie vor in Bezug auf Bewegung in der Schwangerschaft mit Samthandschuhen angefasst? Warum verhält sich ein Großteil der Frauengesundheitsexperten bei Empfehlungen für Training mit Schwangeren sehr übervorsichtig? Die Antworten darauf sind vielschichtig. Die große Unsicherheit kommt einerseits von der Angst vor Klagen bei möglichen gesundheitlichen Folgen aufgrund falscher Ratschläge. Andererseits gibt es eine große Unwissenheit, wie Schwangere von der Belastbarkeit her einzustufen sind. Was ist gerade noch gesundheitsförderlich und noch nicht nachteilig für Mutter und Kind?

Eine weitere Ursache liegt darin, dass es sehr schwer ist, wissenschaftliche Tests an schwangeren Probandinnen durchführen zu dürfen. Diese Studien werden meist aus Ethikgründen abgelehnt. Viele Fragestellungen in Bezug auf das Thema „Sport in der Schwangerschaft“ dürfen also noch gar nicht untersucht werden. Die Ethikkommission gibt klar vor, dass das ungeborene Leben zu schützen ist.

Grundregeln für Sport in der Schwangerschaft

Wonach soll man sich dann orientieren? Es gibt ein paar Grundregeln, die es im Bezug auf Sportempfehlung für Schwangere zu berücksichtigen gibt. Wenn diese beherzigt werden, steht der Fitness für die nächsten 9 Monate bis zur Geburt nichts mehr im Wege:

  • Das Training immer individuell an Schwangerschaftsverlauf und an die aktuelle Situation anpassen. Bei Gruppen- oder Einzeltrainings vor jedem Training nach dem tagesaktuellen Befinden und den Vorkommnissen seit dem letzten Training erkundigen.
  • Die Schwangere muss sehr gut auf ihren Körper hören und sich bei Schmerz, Unwohlsein etc. sofort melden und gegebenenfalls Pause machen. Tritt während oder nach der Belastung ein ungewöhnliches Ziehen in der Region Hüfte, Bauch, Becken auf, so ist die Intensität zu reduzieren und  für folgende Trainings die Belastung nach unten zu regulieren. Das betrifft vor allem auch das Verhalten bei selbständigem Training.
  • Die empfohlenen 150 Minuten Ausdauer pro Woche können in beliebig vielen kleinen Portionen absolviert werden. Es zählt jede Minute in der optimalen Trainingszielzone.
  • Krafttraining soll zur Erhalt der Muskulatur und zum Stabilisieren dienen, Haltungsprobleme und Rückenschmerzen mindern.
  • Erlaubt ist alles, was Mutter & Baby Spaß macht, kein Sturz- und Verletzungsrisiko birgt, sowie während und nach dem Training keine Vorwehentätigkeit provoziert.
  • Im Zweifelsfall sind Arzt u. Hebamme zu konsultieren

 

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