Stilltipp: Stillen mit Piercings

Heute hat unsere liebe Still-Expertin Sandra ein Thema für uns, das in erster Linie wohl nur diejenigen unter euch anspricht, die direkt betroffen sind. Es geht um Brustwarzenpiercings. Besitzt ihr nämlich eins und wollt schwanger werden oder seid es bereits, solltet ihr ein paar Dinge beachten.

Piercings sind in, Piercings sind modern und viele Frauen lieben ihre Piercings. Manche Frauen mögen Piercings auch in den Brustwarzen. Wenn sich eine Frau für ein Brustwarzenpiercing entscheidet, ist Stillen meist noch kein Thema. Doch dann, vielleicht auch erst Jahre später, kommt dann plötzlich Unsicherheit auf und die Frau fragt sich, „Kann ich überhaupt stillen?“

Grundsätzlich ist das Stillen auch nach der Entfernung eines Piercings möglich. Problematisch wird es eigentlich nur in den wenigen Fällen, in denen eine Vernarbung den Milchspendereflex stört. Zudem könnten weitere Gründe für eine unzureichende Milchproduktion sein, dass aus den Einstichstellen vom Piercing etwas Milch tropft oder beim Piercen Nerven beschädigt worden sind. Sowas kann passieren, muss aber nicht. Viele Frauen stillen auch mit gepiercten Brustwarzen ganz ohne Probleme.

Piercingschmuck entfernen?

Während der Schwangerschaft kann der Schmuck mit Nylon-Schmuck (z.B. Kunststoff-Retainer aus Polytetrafluorethylen (PTFE) oder Teflon) ersetzt werden. Dieser stört in der Regel nicht, wenn die Brüste empfindlich werden. Der Schmuck sollte aber größer als gewohnt sein. Denn in der Schwangerschaft wächst die Brust und es können Druckstellen entstehen, sollte der Schmuck nicht groß genug sein.
In der Stillzeit empfehle ich, den Piercingschmuck zu entfernen. Das Baby kann einfach nicht effektiv saugen, wenn der Schmuck in der Brustwarze verbleibt. Es besteht zudem die Möglichkeit von Verletzungen im Mundraum des Babys. Auch das Risiko, dass ein Baby den Schmuck verschluckt oder einatmet, ist viel zu hoch. Also sollte man ihn in dieser Zeit sicherheitshalber besser ganz entfernen.

Was gibt es zu beachten?

Schmuck raus und los geht’s! Viel zu beachten gibt es dabei wirklich nicht. Eine gute Anlegeposition ist das einzig Wichtige. Sollte durch die Anlegetechnik die Brustwarze wund werden, kann nämlich schnell eine Infektion im Stichkanal entstehen. Schon während der Schwangerschaft kann man sich hierzu Rat bei einer Stillberaterin holen. Diese kann Tipps geben und auch nach der Geburt hilfreich zur Seite stehen.

Ist man erst einmal schwanger, ist es nicht ratsam, sich ein Piercing zuzulegen. Die Heilung des Piercing-Stich-Kanals benötigt teilweise bis zu zwölf Monate. Das Wachsen der Brüste und ein anschließendes Stillen vertragen sich einfach nicht mit einer offenen Wunde.

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