Was tun bei Milchmangel?

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Letzten Monat haben wir euch in unserer Rubrik Freunde des Hauses die liebe Jasmin vorgestellt. Der Neuzugang in unserer Expertenrunde hat schon viele frisch gebackene Mütter betreut und weiß genau, was zu tun ist, wenn es zu Schwierigkeiten beim Stillen kommt. Heute verrät sie euch, was man bei Milchmangel tun kann.

Normalerweise regelt die Nachfrage des Kindes das Angebot. Die Milchproduktion ist hormonell geregelt und daher von außen, z.B. durch die Ernährung, nur sehr eingeschränkt beeinflussbar.

Hat die stillende Mutter den Eindruck, ihr Kind könnte zu wenig Milch bekommen, sollte sie zunächst ihre betreuende Hebamme hinzuziehen. Denn die überprüft das Gewicht des Kindes und kann auch die Häufigkeit und Art der Ausscheidungen beurteilen.

Hochwertige Öle stimulieren

Grundsätzlich sollte eine Mutter auf ihr Wohlbefinden achten: sie sollte ausreichend essen und trinken und für eine gute Versorgung mit Vitamin B sorgen. Außerdem sollte der Fettanteil in der Ernährung aus hochwertigen Ölen wie Kokos- oder Olivenöl bestehen. Denn das Fett in der Muttermilch ist der einzige Bestandteil, der von außen stimulierbar ist.

Es bringt übrigens wenig, übermäßig viel Stilltee zu trinken. Wenn man ihn trinkt, sollte er idealerweise Bockshornklee enthalten – dem Klee wurde nämlich eine milchmengensteigernde Wirkung nachgewiesen. Generell ist aber einfach wichtig und gesund, dass die Stillende mindestens zwei Liter pro Tag trinkt.

Darüber hinaus führen ausgedehnter Körperkontakt (durch Tragen, ein Familienbett, etc.) sowie nächtliches Stillen dazu, dass mehr Milch produziert wird und im Endeffekt häufiger gestillt werden kann. Zehn oder zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden sollten es schon sein.

Das korrekte Anlegen spielt ebenfalls eine große Rolle. Manchmal hat das Baby einfach einen falschen Trinkmechanismus entwickelt (z.B. durch ein zu kurzes Zungenbändchen). Dann kann die Brust nicht vollständig entleert werden, was wiederum zur Folge haben kann, dass die Milchproduktion nicht ausreichend angeregt wird.

Direkter Hautkontakt führt zu mehr Milch

Um die Milchproduktion anzuregen, sollten deshalb während des Stillens häufig Brust und Position gewechselt werden. Das löst gleich mehrfach Milchspendereflexe aus, welche sich positiv auf die Milchbildung auswirken.
Auf Stillhüte sollte man möglichst verzichten. Denn direkter Hautkontakt ist unwahrscheinlich wichtig für die Milchproduktion. Falls das Stillen ohne Hut nicht möglich ist, sollte er zum Ende der Stillmahlzeit von der Brust abgenommen werden, um so noch einmal einen Hautkontakt herzustellen.

Falls das Baby noch nicht in der Lage ist, sich selbst genügend Milch zu holen, wäre zusätzliches Pumpen wichtig. Nur so kann die Stimulation der Milchbildung erhöht werden. Um Zeit zu sparen, empfiehlt sich hier eine elektrische Pumpe mit einem Doppelpumpset. Diese kann der Gynäkologe oder Kinderarzt verschreiben. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen leider nur ein einfaches Pumpset, daher bietet es sich an, selbst ein zusätzliches Set zu kaufen. Aber Vorsicht, das zusätzliche Pumpen darf die Mutter nicht überfordern. Der Partner oder andere Familienmitglieder sollten sich in dieser Zeit um das Baby kümmern, um die Mutter weitgehend zu entlasten.

Wenn abgepumpte Milch zugefüttert werden muss, sollte dies im Idealfall mit dem Brusternährungsset oder mit einer Sonde an der Brust geschehen. So wird das Stillen und damit die Milchproduktion gefördert. Da dies für einige Mütter schwierig zu handhaben ist, macht es Sinn, eine Hebamme oder eine ausgebildete Still- und Laktationsberaterin hinzuzuziehen. Sie kennt sich mit diesen Hilfsmitteln aus und kann genau erklären, wie diese funktionieren.

Hilfestellung nur durch Fachpersonen

Falls diese Maßnahmen unter fachkundiger Anleitung nicht ausreichen, kann gegebenenfalls die Einnahme von Galaktogoga empfohlen werden. Dabei handelt es sich um Nahrungsmittel oder pharmakologische Mittel, die als milchfördernd gelten. Das können beispielsweise homöopathische Mittel wie Bockhornkleekapseln, Mariendistel (Piulatte) oder das Medikament Domperidon sein. Letzteres muss von einem Arzt verschrieben werden. Auch Akupunktur kann positive Auswirkungen auf die Steigerung der Milchmenge haben.

Sämtliche Methoden sollten allerdings nur durch ausgebildete Fachpersonen, also Hebammen oder Stillberaterinnen IBCLC, durchgeführt werden. Die stillende Mutter hat übrigens so lange Anspruch auf Hebammenhilfe, wie sie stillt. Falls die möglichen Hebammenbesuche schon ausgeschöpft sind, können bei akuten Problemen, wie Milchmangel oder Milchstau, vom Arzt weitere Besuche verordnet werden.

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