Schlaf, Baby, schlaf: Gut und sicher durch die Nacht

Puck-Mich- und On-the-Move-Schlafsäcke in Elephant

Was nur soll mein Baby beim Schlafen tragen? Diese Frage stellen sich wohl viele Eltern jeden Tag aufs Neue. Auf Anhieb ist sie auch gar nicht so leicht pauschal zu beantworten. Unsere Hebamme und Trageexpertin Katrin Ritter wagt es trotzdem. Aber eben nicht pauschal, sondern in dem jeweiligen Zusammenhang. Am Ende dieses Blogartikels habt ihr also ein paar hilfreiche Tipps und Tricks zur Hand, wenn mal gerade nicht die Hebamme zum Fragen zur Verfügung steht. Ach ja, in diesem Zusammenhang erfahrt ihr natürlich auch, was der TOG-Wert eigentlich ausdrückt, der in der Regel im Zusammenhang mit Schlaftextilien zu finden ist.

Wovon ist denn nun die Wahl der Kleidung abhängig? Von der Jahreszeit, von der Raumtemperatur, von der Dicke des Schlafsackes, vom Kind? Grundsätzlich sei gesagt, die Wahl ist abhängig von allen genannten Faktoren, nur nicht von der Jahreszeit. Nehmen wir als Beispiel mal den Sommer. So ist es in einer Souterrain- oder Altbauwohnung viel kühler als in einer Dachgeschosswohnung, obwohl die Außentemperaturen immer gleich sind. Von daher sollte der Fokus ganz klar auf der Raum- bzw. Umgebungstemperatur liegen. Kleine Babys haben zudem ein anderes Kälte- und Wärmeempfinden als Erwachsene, da sie noch lernen müssen, ihre Körpertemperatur zu regulieren. Außerdem ist jedes Kind anders – die einen frieren ständig, den anderen ist oft zu warm.

Die Grundlagen

Halten wir also einmal fest, dass die optimale Schlaftemperatur zwischen 16 und 18 Grad Celsius liegt. Da wir dies nicht immer beeinflussen können, müssen wir die Kleidung und die Dicke des Schlafsackes entsprechend auswählen. Am besten bewährt hat sich dabei das Zwiebelprinzip: zur Auswahl stehen die Windel, ein Kurz- bzw. Langarmbody, ein Schlafanzug, Socken und dünne Baumwollfäustlinge. Auf diese Weise und mit diesen Hilfsmitteln kann man so der Raumtemperatur und den Bedürfnissen entsprechend dem Kind verschiedene Kleidungsschichten anziehen und ausprobieren, was am besten in Kombination funktioniert. Friert das Baby, zieht man eben eine Schicht mehr an, wenn es zu warm ist, eher eine Schicht weniger.

Was Eltern auf jeden Fall vermeiden sollten ist, dem Baby eine Mütze aufzusetzen. Diese gehört nicht ins Bett, denn das Baby kann nicht schwitzen, um seine Temperatur herunterzufahren, sondern braucht die Möglichkeit, Wärme über den Kopf abgeben zu können. Überhitzung bzw. die Gefahr eines Hitzestaus und Unterkühlung können tatsächlich bei Neugeborenen und Babys zu ernsthaften Problemen führen. Eine Erkältung ist hier dann eher noch die harmloseste Folge. Ausgelöst durch z.B. Zugluft, sehr tiefe oder hohe Raumtemperaturen, das Schlafen an der Heizung oder im Elternbett, die Nutzung von Bettdecken, Kopfkissen und Schafsfellen, das Freistrampeln, Matratzenschoner aus Plastik, große Kuscheltiere, unangemessene Kleidung oder eben einen zu dicken oder dünnen Schlafsack. Im schlimmsten Fall kann dies sogar das Risiko des plötzlichen Kindstods erhöhen.

Die Matratze

Bei Babymatratzen sollte man darauf achten, dass diese auf Schadstoffe getestet sind und dass bei ihnen auch auf die Verminderung der Rückatmung des Babys geachtet wurde. Gute Matratzen haben waagerecht und senkrecht verlaufende Luftkanäle im Matratzenkern, die eine mögliche Rückatmung und Überwärmung des Babys vermeiden. Matratzendrells sollten darüber hinaus abnehmbar und bei 60 Grad waschbar sein. Daher solltet ihr unbedingt die generellen Risikofaktoren im Blick behalten und diese dann entsprechend vermeiden.

Die Frage, die sich Eltern nun natürlich an dieser Stelle stellen, ist: Woher weiß ich denn, wann es meinem Baby zu kalt oder warm ist? Die Antwort ist ganz einfach: Das Baby beobachten und schauen, was es braucht. Am einfachsten prüft man die Temperatur, im Nacken und zwischen den Schulterblättern. An diesen Stellen sollte das Baby weder überhitzt noch zu kühl sein. Ein einfach zu überprüfender Punkt sind auch die Füße. Diese sollten immer warm sein. Die Händchen dürfen kühler sein, aber nicht bläulich verfärbt. Bei sehr kalten Händen und kühlen Raumtemperaturen haben sich außerdem dünne Baumwollfäustlinge bewährt. Das Messen der Raumtemperatur mit einem Thermometer kann eine zusätzliche Unterstützung sein.

Die Kleidung

Eltern tun gut daran, atmungsaktive und temperaturausgleichende Materialien zu wählen. Keine Kunstfasern, in denen das Baby sich unwohl fühlt. Bevorzugt werden sollten Kleidungsstücke aus Bio-Baumwolle und Wolle/Seide. Diese Bodys helfen dem Baby, die Temperatur zu regulieren. Schilder, Reißverschlüsse, Druckknöpfe sollten so platziert und abgedeckt sein, dass sie beim Baby keine Druckstellen oder Unbehagen verursachen. Die Kleidung sollte dem Baby passen und nicht seinen Bewegungsspielraum einschränken. Auch sollte sie leicht an- und ausziehbar sein, d.h. am besten Wickelbodys bzw. Bodys mit großen, anpassbaren Kopföffnungen verwenden und Schlafanzüge, die an den Beinen zu öffnen sind, um die Windel schnell wechseln zu können – ohne dass das Baby nachts richtig wach wird.

Der Schlafsack

Wenden wir uns jetzt dem zweiten wichtigen Thema zu, dem Schlafsack. Generell gilt die Regel: Der Schlafsack muss zu jedem Zeitpunkt passen und das Baby sollte nicht hineinwachsen müssen. Bewährt haben sich Schlafsäcke in unterschiedlichen Größen, die mitwachsen. Außerdem gibt es Schlafsäcke, die sich morgens, wenn der kleine Frühaufsteher aktiv wird, durch Fußöffnungen und Druckknöpfe im Schrittbereich, umwandeln lassen und jede Entdeckungstour mitmachen.

Mit dem passenden Schlafsack ist das Risiko einer Überdeckung und Überwärmung deutlich geringer und es wird dem Baby erschwert, sich von der empfohlenen Rückenlage in die risikoreichere Bauchlage zu drehen. Um die passende Größe zu finden, geht man nach Alter und Länge oder nimmt als Richtmaß die Körperlänge des Kindes minus die Länge des Kopfes plus 10-15 cm zum Wachsen. Ein Schlafsack darf weder zu breit noch zu lang sein, da ein zu großer Spielraum an den Füßen zu einem Wärmeverlust führt. Das Gewicht sollte möglichst 10% des kindlichen Gewichts nicht überschreiten. Hals- und Armausschnitte dürfen nicht zu groß sein, damit das Baby nicht in den Schlafsack hineinrutschen kann. Die Dicke (Fütterung) des Sackes wird nach der Raumtemperatur gewählt und sollte nicht zu dick sein. Lieber die Kleidung variieren und den Bedürfnissen entsprechend mal eine Schicht mehr oder weniger einsetzen.

Der TOG-Wert

Um eine Orientierung für die Dicke des Materials zu haben, wird für eine Klassifikation bei Textilien der Wärmewiderstand gemessen – angegeben wird er in der Maßeinheit TOG (Thermal Overall Grade). Je größer der Wert, desto wärmer hat es das Kind. Diese TOG-Größen sind in England in den „British Standards“ genormt und definiert, so dass alle Hersteller ihre Produkte unabhängig bewerten und einstufen lassen müssen. Bei Ergobaby gibt es eine Unterteilung in folgende TOG-Werte:

  • TOG 0,5 (Sommerschlafsack): leicht
  • TOG 1,0 (Übergangsschlafsack): mittel
  • TOG 2,5 (Ganzjahresschlafsack): dick

Zur Orientierung der Kleidungswahl im Schlafsack haben wir hier eine Übersicht, welche Kleidungsstücke bei welchen Temperaturen zum Schlafsack bzw. zur Raumtemperatur passen:

TOG-Tabelle Schlafsäcke

Und nochmals die Bitte: Schaut immer individuell, was euer Baby an Wärme benötigt und prüft regelmäßig die Temperatur eures Kindes. Nur so kann es sicher, geborgen und gut durch die Nacht kommen. Bei Unsicherheiten und Fragen wendet euch bitte vertrauensvoll an eure Hebamme.

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