Stilltipp: Wie ist das denn nun mit der Vorder- und Hintermilch?

So gut wie jede stillende Mutter hat schon davon gehört und kennt die damit einhergehende Diskussion nur zu gut: Die Unterteilung der Muttermilch in Vorder- und Hintermilch. Es wird diskutiert und gestritten darüber, wann die eine von der anderen abgelöst wird. Aber was genau bedeutet das eigentlich? Unsere liebe Still-Expertin Sandra hat sich dem Thema mal angenommen und erklärt, warum ihr das Stillen ganz entspannt angehen solltet und euch nicht so sehr den Kopf zerbrechen solltet über den Fettgehalt in eurer Milch.

In Fachbüchern heißt es: „Zu Beginn der Stillmahlzeit erhält das Baby die so genannte Vordermilch. Die Vordermilch hat einen geringen Fettgehalt, liefert aber mehr Flüssigkeit und wird gerne als Durstlöscher beschrieben. Im weiteren Verlauf der Mahlzeit nimmt der Fettgehalt der Milch stetig zu, während gleichzeitig die Milchmenge abnimmt. Die gegen Ende der Mahlzeit gebildete Milch, die„Hintermilch“, hat einen hohen Fettgehalt, steht aber nur in einer geringeren Menge zur Verfügung“ (Mohrbacher and Stock, 2003, S. 49).

Die Diskussionen um Vorder- und Hintermilch verunsichert die Mütter sehr, wie ich in meiner Beratung immer wieder feststellen muss. „Wann kommt denn nun die Hintermilch?“

„Ist es notwendig, das Baby für eine bestimmte Minutenzahl zu stillen, bevor Hintermilch kommt?“ „Könnte es passieren, dass ein Baby nur Vordermilch erhält?“ sind die Fragen, die häufig an mich herangetragen werden.

Wir wissen zwar, dass es richtig ist, dass der Fettanteil einer Stillmahlzeit mit der Zeit steigt. Jedoch hat man festgestellt, dass es keine verschiedenen Milchsorten gibt. Die Hintermilch ist nicht zuständig für die Gewichtszunahme, sondern die Gesamtmenge die ein Baby am Tag trinkt. Vordermilch ist zwar generell etwas wässriger, aber nicht fettarm. Der Fettgehalt in der Muttermilch variiert zudem von Mutter zu Mutter und auch innerhalb eines Tages.

Wichtig ist also nicht, wie viel Vordermilch oder Hintermilch existiert oder wann die Hintermilch kommt. Wichtig ist, dass ein Baby effektiv trinkt und nach Bedarf an der Brust sein darf. Dann wird das Baby genug von der Milch bekommen, welche es benötigt.

Wenn das Baby insgesamt über den Tag verteilt in 24 Stunden ca. 750 ml Muttermilch bekommt (Kent et al., 2006), wird das Baby eine gute Gewichtszunahme haben und gesund wachsen und gedeihen.

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